Zwei erschöpfte Wanderer sind am Freitagabend am Wallberg bei Rottach-Egern von der Bergwacht gerettet worden. Die beiden hatten sich im Bereich des Jägersteigs, rund 770 Höhenmeter unterhalb des Gipfels, in einer Notlage befunden. Wegen der einsetzenden Dunkelheit und zunächst unklarer Angaben zu möglichen Verletzungen wurde auch der Rettungshubschrauber RK2 alarmiert. Nebel und tiefhängende Wolken erschwerten den Einsatz.
Vor Ort stellte sich heraus, dass beide Personen ansprechbar und kreislaufstabil waren. Die 26-jährige Frau aus Nürnberg war allerdings stark unterkühlt und psychisch erheblich beeinträchtigt. Ein selbstständiger Abstieg war nicht mehr möglich. Die beiden Wanderer wurden deshalb mit einer Winde und einem Rettungsdreieck aufgenommen und ins Tal geflogen. Anschließend kamen sie zur weiteren Untersuchung mit einem Rettungswagen in eine Klinik. Auch drei Bergwachtkräfte, die zuvor zu Fuß aufgestiegen waren, mussten mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden. Insgesamt waren zwölf Bergwachtkräfte aus Rottach-Egern, Bayrischzell und Bad Tölz sowie die vierköpfige Besatzung des RK2 im Einsatz.
Wie sich herausstellte, waren die beiden Urlaubsgäste bei der Suche nach einer Wanderroute über eine digitale Karten-App auf den Weg aufmerksam geworden. Für die Anforderungen der Tour waren sie jedoch nicht ausreichend ausgerüstet. Die Bergwacht appelliert deshalb, sich bei der Tourenplanung nicht allein auf Karten-Apps zu verlassen, sondern auch Wegschwierigkeit, eigene Erfahrung, Kondition, Ausrüstung und Wetterbedingungen zu berücksichtigen.
Quelle und Bildquelle: Bergwacht Rottach-Egern
