Der Angriff eines 16-Jährigen an einem Gymnasium in Schongau wird von den Ermittlern als rechte Gewalttat eingestuft. Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Innenausschuss des Landtags mitgeteilt. Bei der Attacke am 8. Juli waren zwei Menschen schwer verletzt worden.
Nach Angaben Herrmanns soll der Jugendliche ein sogenanntes Manifest verfasst haben. Dieses sei unter anderem von Frauenhass, Queerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus geprägt. Die Ermittlungen führt eine eigens eingerichtete Gruppe mit dem Namen „8. Juli“. Sie arbeitet unter der Leitung der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München.
Die Behörden hatten den Jugendlichen bereits mehr als ein Jahr vor der Tat im Blick. Hintergrund war der Verdacht, dass er Amokläufe verherrlicht haben könnte. Laut Herrmann habe es bis zum Angriff allerdings offenbar keine ausreichenden Voraussetzungen gegeben, um Untersuchungshaft anzuordnen.
Der Innenminister betonte, dass Prävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Die Polizei allein könne solche Taten nicht verhindern. Zugleich kündigte er an, die polizeilichen Einsatzkonzepte weiterzuentwickeln.
Auch der Umgang mit Hinweisen auf Drohungen von Schülern müsse aufgearbeitet werden. Dabei gehe es ebenso um mögliche Maßnahmen von Schulen und Jugendämtern. Aus den Erkenntnissen des Falls könnten sich weitere Konsequenzen für die Zukunft ergeben.
Quelle: dpa
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