Wohnraummangel bremst Fachkräfte im Landkreis Miesbach

Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen berichten, dass fehlender Wohnraum die Personalgewinnung erschwert. Die Regionalentwicklung Oberland (REO) stellt erstmals umfassende Ergebnisse zum Bedarf an Mitarbeiterwohnungen im Landkreis Miesbach vor und leitet konkrete nächste Schritte ein. Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen und Kommunen tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Die REO führte Ende 2025 eine Unternehmensbefragung zum Thema Fachkräftewohnen durch und wertete diese jetzt aus. Insgesamt beteiligten sich 91 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, darunter Gastronomie, Hotellerie, Pflege, medizinische Versorgung und Handwerk. 74 Betriebe gaben an, mindestens gelegentlich Probleme bei der Personalgewinnung aufgrund fehlenden Wohnraums zu haben. 63 von 76 Unternehmen erwarten in den kommenden drei Jahren einen zusätzlichen Wohnraumbedarf für Mitarbeitende.

Der Landkreis Miesbach zählt weiterhin zu den wirtschaftsstarken Regionen im Oberland und erreicht mit rund 4,2 Milliarden Euro Bruttoinlandsprodukt eine Spitzenposition im bundesweiten NUI-Ranking. Gleichzeitig stehen nur rund 2,5 Prozent der Gesamtfläche für Wohnbau zur Verfügung, weniger als in benachbarten Landkreisen. Studien zeigen, dass fehlender Wohnraum den Fachkräftemangel deutlich verschärft und zu einem zentralen Standortfaktor wird. Die Befragung bestätigt, dass insbesondere qualifizierte Fachkräfte und langfristige Beschäftigungsverhältnisse betroffen sind.

Viele Unternehmen engagieren sich bereits selbst im Mitarbeiterwohnen und stellen zusammen mehr als 450 Wohnungen im Landkreis bereit. Trotz dieses Einsatzes zeigt sich ein zusätzlicher Bedarf von rund 150 bis 180 Wohnungen, verteilt auf den gesamten Landkreis. Besonders hoch ist der Bedarf im Raum Holzkirchen sowie im Tegernseer Tal, während auch das Schlierach-Leitzach-Tal zusätzlichen Wohnraum benötigt. Die REO plant nun, Unternehmen, Kommunen und Investoren stärker zu vernetzen und kooperative Projekte anzustoßen.

Quelle: Regionalentwicklung Oberland (REO)