Eine Naturschutzkontrolle am Walchensee ist am Dienstag eskaliert. Eine 41-jährige Autofahrerin soll dabei einen Ranger angefahren und verletzt haben.
Eine dreiköpfige Familie aus Gauting war zunächst trotz Sperrung in die Staatsstraße Richtung Sachenbach eingefahren und hatte anschließend verbotswidrig im Landschaftsschutzgebiet Walchensee geparkt. Zwei Naturschutz-Ranger des Landratsamts forderten die Familie auf, das Schutzgebiet zu verlassen.
Die 66-jährige Großmutter fuhr daraufhin zunächst mit ihrer 41-jährigen Tochter aus dem Gebiet. Kurz darauf kehrten die beiden jedoch zurück und wollten wissen, wo sie außerhalb des Schutzgebiets parken könnten. Die Ranger boten an, sie zu einem entsprechenden Parkplatz zu begleiten.
Bei einer erneuten Kontrolle sollen sich die beiden Frauen laut Polizei uneinsichtig gezeigt haben. Die Ranger forderten deshalb Unterstützung durch die Polizei an. Noch bevor die Beamten eintrafen, setzte sich die 41-Jährige ans Steuer des Mercedes-Busses und fuhr los.
Dabei wurde laut Polizei der Fuß eines 64-jährigen Rangers überrollt. Trotz seiner Rufe fuhren die Frauen weiter. Die Polizei konnte das Fahrzeug schließlich im Bereich Urfeld stoppen.
Der Ranger erlitt mittelschwere Verletzungen und wurde ins Unfallklinikum Murnau gebracht. Gegen die Fahrerin wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Auch eine mögliche Entziehung der Fahrerlaubnis soll geprüft werden.
Die Polizei berichtet zudem von mehreren weiteren Vorfällen mit aggressivem Verhalten gegenüber Naturschutz-Rangern am Walchensee am vergangenen Wochenende. Unter anderem soll ein Ranger beleidigt worden sein. Außerdem trat ein Radfahrer gegen das Privatfahrzeug eines Rangers. In einem weiteren Fall musste die Polizei Unterstützung anfordern, nachdem eine Großfamilie mit mehreren Autos trotz Sperrung auf die Halbinsel Zwergern gefahren war.
Quelle: Polizeistation Kochel am See (Symbolbild)