Regionale Wärmenetze sollen Versorgung im Oberland stärken

Regionale Wärmenetze erhöhen im Oberland die Versorgungssicherheit und verringern die Abhängigkeit von fossilen Importen. Bei einem Pressegespräch in Münsing stellten Fachleute funktionierende Praxisbeispiele vor. Im Fokus stand die Hackschnitzel-Nahwärme als tragfähiges Modell für den ländlichen Raum.

Initiator Andreas Scharli von der Energiewende Oberland betonte die anhaltende Abhängigkeit von Gasimporten trotz zuletzt stabilerer Märkte. Gleichzeitig verwies er auf großes Potenzial durch Energieholz aus heimischen Wäldern. In den vergangenen Jahren begleitete die Initiative rund 24 Dorf- und Nahwärmeprojekte, weitere Vorhaben befinden sich in Vorbereitung.

Wie das Modell funktioniert, zeigt der Wärmeverbund von Betreiber Josef Strobl in Münsing. Seit 2006 versorgt eine Hackschnitzelheizung dort 28 Gebäude mit rund 60 Wohneinheiten. Eine automatische Überwachung meldet Störungen sofort, Ersatzteile stehen bereit. Eine Öl-Notheizung sowie ein eigener Stromgenerator sichern den Betrieb zusätzlich ab.

Nach Angaben der Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen werden jährlich zwischen 30.000 und 35.000 Schüttraummeter Hackschnitzel vermarktet, überwiegend aus Waldrestholz. Förster Sebastian Schlenz erklärt, dass diese Nutzung Waldpflege, Waldumbau und Klimaanpassung unterstützt. Preisgleitklauseln regeln die Kosten vertraglich und schaffen Planungssicherheit für Abnehmer.

Foto (v.l.): Betreiber Josef Strobl, Andreas Scharli (Energiewende Oberland), Maria Meixner (WBV Wolfratshausen), Förster Sebastian Schlenz

Quelle und Bildquelle: Energiewende Oberland