Im ersten Quartal des Jahres 2026 verzeichnete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd eine Vielzahl betrügerischer Anrufe, bei denen Täter in einigen Fällen hohe Summen Bargeld und Wertgegenstände erbeuteten. Trotz wiederholter Warnungen der Polizei gelang es Betrügern, Opfer durch Maschen wie den ‘Schockanruf’ oder die Rolle des ‘falschen Polizeibeamten’ zu schädigen.
Von Januar bis März 2026 wurden zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im südlichen Oberbayern von betrügerischen Anrufern kontaktiert. Bei sogenannten ‘Schockanrufen’ wird den potentiellen Opfern vorgespielt, ein naher Angehöriger sei nach einem schweren Verkehrsunfall festgenommen worden und benötige eine Kaution für die Freilassung. Eine andere Masche beinhaltet ‘falsche Polizeibeamte’, die vorgeben, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde und Bargeld sowie Wertgegenstände zur Sicherung an einen Abholer übergeben werden müssten.
Die Opfer dieser Betrugsmaschen befinden sich durch den massiven Druck der Anrufer in einer psychischen Ausnahmesituation und übergeben dabei Schmuck oder Erspartes. Die Polizei erfährt oft erst im Nachhinein von den erfolgreichen Betrugsfällen.
Ein Beispiel ereignete sich am 23. Februar 2026 in Holzkirchen, wo ein Ehepaar Gold und Schmuck im sechsstelligen Wert an einem Supermarktparkplatz ablegte, um angeblich eine Diebesbande zu fangen. Am 24. Februar 2026 übergab eine Dame in Schongau Bargeld und Goldmünzen im Wert von über 100.000 Euro an einen Abholer, nachdem ihr am Telefon ein tödlicher Verkehrsunfall ihrer Freundin vorgetäuscht wurde. Im Januar 2026 in Holzkirchen übergab ein älterer Mann Goldmünzen und Schmuck im mittleren fünfstelligen Eurobetrag an einen Abholer, nachdem ihm ein ‘falscher Krankenhausarzt’ hohe Behandlungskosten für seine Tochter vorgespielt hatte.
Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd im ersten Quartal 2026 26 Fälle, in denen die Täter erfolgreich waren und Bargeld bzw. Wertgegenstände im Gesamtwert von knapp 650.000 Euro erbeuteten.
Erfreulicherweise konnten jedoch auch Betrugstaten verhindert und Abholer festgenommen werden. Am 14. Januar 2026 erkannte ein pensionierter Polizeibeamter einen Betrugsversuch und konnte die Betrüger täuschen, bis ein Abholer in Garmisch-Partenkirchen festgenommen wurde. Im März bemerkte eine Dame aus Rosenheim ebenfalls einen Betrugsversuch und kontaktierte die Polizei, woraufhin ein Tatverdächtiger festgenommen werden konnte. Am 25. Februar 2026 in Huglfing (Lkr. Weilheim-Schongau) verhinderte eine aufmerksame Nachbarin die Übergabe einer größeren Summe Bargeld und führte zur Festnahme eines Abholers sowie eines Hintermanns, der auch mit einer Geldabholung im Bereich Landshut im Jahr 2025 in Verbindung gebracht wird.
Die Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums hat die Ermittlungen in allen Fällen übernommen. Da weiterhin mit Betrugsversuchen zu rechnen ist, warnt die Kriminalpolizei und gibt folgende Verhaltenstipps:
- Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an Ihrer Wohnadresse oder im öffentlichen Bereich an Ihnen unbekannte Personen.
- Die Polizei sowie andere Ermittlungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen auffordern. Legen Sie sofort auf und kontaktieren Sie den Polizeinotruf „110“.
- Sprechen Sie die Thematik Enkeltrick und Schockanrufe in Ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis an und sensibilisieren Sie Ihre Angehörigen zur Vorsicht.
Quelle und Bildquelle: Polizeipräsidium Oberbayern Süd