NGG kritisiert soziale Schieflage in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rosenheim-Oberbayern warnt vor einer zunehmenden sozialen Schieflage. Geschäftsführer Manuel Halbmeier appelliert an Bundestagsabgeordnete, bei den anstehenden Reformen der Regierungskoalition einen sozialen Kurs zu halten und arbeitende Menschen nicht weiter abzuhängen.

Die NGG Rosenheim-Oberbayern hat auf das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen hingewiesen. Im Landkreis Miesbach kommen demnach 240 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf einen Einkommensmillionär. Dort gibt es 160 Einkommensmillionäre, während 38.400 Menschen einen Job haben. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liegt das Verhältnis bei 471 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pro Einkommensmillionär, bei 83 Millionären und 39.100 Beschäftigten.

Manuel Halbmeier, Geschäftsführer der NGG Rosenheim-Oberbayern, kritisiert, dass viele Menschen trotz Vollzeitjob um die Existenz kämpfen müssen, während wenige im „Gold-Statuslevel“ leben. Er betont, dass dies die Demokratie gefährde. Die NGG stützt sich dabei auf Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik und der Arbeitsagentur.

Die Gewerkschaft fordert von den Bundestagsabgeordneten von CSU und SPD aus den Regionen, dass das Reformpaket der Regierungskoalition die Kluft zwischen Arm und Reich nicht noch vergrößert. Halbmeier weist darauf hin, dass Erbschaften und Vermögen nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens ausmachen, während Lohn- und Mehrwertsteuer die Hauptlast tragen. Ein Durchschnittspaar zahle 43 Prozent Steuern und Abgaben.

Die NGG fordert, Arbeit nicht stärker zu besteuern als Kapitaleinkommen, für das oft nur eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent anfällt. Gerechte Steuern und eine faire Vermögensverteilung seien entscheidend. Zudem sollten eine Vermögenssteuer und ein höherer Spitzensteuersatz keine Tabus sein. Die NGG Rosenheim-Oberbayern spricht sich außerdem für die Abschaffung des Ehegattensplittings aus, da es Jobs für Frauen unattraktiv mache und überkommene Rollenbilder fördere.

Quelle und Bildquelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Rosenheim-Oberbayern