Die Polizeiinspektion Miesbach hat im Rahmen eines Sicherheitsgesprächs die Bürgermeister der Gemeinden in ihrem Dienstbereich über die Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung des Jahres 2025 informiert. Das Treffen fand am 28. April 2026 im Gemeindesaal in Hausham statt.
Am 28. April 2026 versammelten sich Vertreter der Polizeiinspektion Miesbach und Bürgermeister aus dem Dienstbereich zu einem Sicherheitsgespräch im Gemeindesaal in Hausham. Die Veranstaltung diente der Information über die Sicherheitslage im Jahr 2025.
Der Dienstbereich der PI Miesbach umfasst 343 km² und ist für die Sicherheit von 38.378 Einwohnern (Stand: 31.12.2024) in den genannten Gemeinden und der Stadt Miesbach zuständig. Besondere Merkmale des Dienstbereichs sind der Grenzübergang in Bayrischzell zu Österreich, die wasserschutzpolizeiliche Betreuung des Schliersee sowie beliebte Ausflugsziele in den Wanderregionen Spitzingsee und Mangfall-Gebirge.
Kriminalitätsentwicklung 2025
Im Jahr 2025 wurden im Dienstbereich der PI Miesbach 1.331 Straftaten registriert, was einen leichten Rückgang um 19 Fälle oder 1,4 % im Vergleich zu 2024 darstellt. Die Aufklärungsquote stieg erneut auf 71,6 %, nach 68,8 % im Jahr 2024 und 65,4 % im Jahr 2023. Dieser Wert liegt über dem bayerischen Durchschnitt von 64,9 % und dem des Landkreises Miesbach von 67,3 %.
Die Häufigkeitszahl (HZ) lag bei 3.517 (Landkreis Miesbach: 3.575). Die niedrigste Kriminalitätsbelastung wurde in der Gemeinde Fischbachau mit einer HZ von 2.114 festgestellt.
Einzelne Deliktsbereiche zeigen unterschiedliche Entwicklungen:
Straftaten gegen das Leben: Eine Tat wurde 2025 registriert (2024: 2).
Sexualdelikte: 32 Fälle im Jahr 2025, ein Rückgang um 17 Fälle gegenüber 2024 (49 Fälle). Rauschgiftkriminalität: 28 Anzeigen im Jahr 2025, ein Rückgang um 47 Fälle gegenüber 2024 (75 Fälle). Hier wird auf das Inkrafttreten des CanG am 1. April 2024 verwiesen, das Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz entfernte. Rauschgiftdelikte werden überwiegend durch Kontrolltätigkeit der Polizei bekannt.
Rohheitsdelikte: Ein leichter Rückgang von 321 Fällen im Jahr 2024 auf 304 Fälle im Jahr 2025.
Vermögensdelikte: Ein leichter Anstieg auf 182 Fälle im Jahr 2025 (2024: 165 Fälle).
Eigentumsdelikte: Ein Rückgang von 337 Taten im Jahr 2024 auf 302 Taten im Jahr 2025. Wohnungseinbruchdiebstähle sanken von 19 auf 8 Fälle.
Sachbeschädigungen und Vandalismus: Ein Anstieg von 185 auf 210 Fälle. Die Polizei betont die Notwendigkeit der Mithilfe aus der Bevölkerung zur Steigerung der Aufklärungsquote in diesen Bereichen.
Verkehrsunfallentwicklung 2025
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sank um 1,2 % auf 983 Unfälle (2024: 995). Unfälle mit Personenschaden gingen um 7,9 % von 164 auf 151 zurück, wobei 192 Personen verletzt wurden (166 leicht, 26 schwer). Im Jahr 2025 gab es keine Verkehrstoten, nachdem im Vorjahr eine Person zu beklagen war. Die polizeilich registrierten Kleinunfälle stiegen von 495 auf 523. Hauptunfallursache bei schweren Unfällen war wie in den Vorjahren überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit.
Alkoholunfälle
Im Jahr 2025 ereigneten sich 16 Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss (2024: 21), bei denen vier Personen leicht verletzt wurden. Der Anteil der Alkoholunfälle an allen Verkehrsunfällen (ohne Kleinunfälle) betrug 3,43 %, an Unfällen mit Personenschäden 2,58 %. Der höchste festgestellte Alkoholwert bei einer Unfallaufnahme lag bei 3,41 Promille, der Durchschnitt bei 1,83 Promille.
Schulwegunfälle
Drei Schulwegunfälle wurden 2025 registriert, bei denen Schüler zu Fuß unterwegs waren und von einem Kfz angefahren wurden. In Miesbach wurde eine 10-jährige Schülerin leicht verletzt, als sie unvermittelt auf die Fahrbahn trat und von einem Fahrzeug überrollt wurde. Eine 12-jährige Schülerin wurde ebenfalls in Miesbach leicht verletzt, als sie beim Queren der Stöger-Ostin-Straße von einem Pkw touchiert wurde. Die Fahrerin entfernte sich unerlaubt, konnte aber ermittelt werden. Ein dritter Unfall ereignete sich in Fischbachau, wo ein 10-jähriger Schüler bei einem Gerangel unter einen Schulbus geriet und sich eine Quetschung zuzog.
Fahrradunfälle
Insgesamt 41 Fahrradunfälle (2024: 57) wurden 2025 aufgenommen, mit 6 Schwerverletzten und 36 Leichtverletzten. Bei 17 dieser Unfälle waren Pedelecs beteiligt (2024: 22), wobei eine Person schwer und 17 Personen leicht verletzt wurden.
Verkehrsüberwachung
Nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit war bei 71 Unfällen unfallursächlich, was zu 12 Schwer- und 40 Leichtverletzten führte. Dies entspricht 46,15 % der Schwerverletzten und 24,10 % der Leichtverletzten. Zur Bekämpfung dieser Hauptunfallursache wurden 141 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Dabei wurden 1.579 Verkehrsteilnehmer beanstandet, 617 davon im Anzeigenbereich, und 8 erhielten ein Fahrverbot. Zudem gab es verstärkte Kontrollen mit Schwerpunkt „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“.