Anfang Juni wurden sechs neue Kulturdolmetscherinnen und Kulturdolmetscher im Landkreis Miesbach offiziell zertifiziert. Sie verstärken das interkulturelle Unterstützungsangebot vor Ort und bringen ihre vielfältigen beruflichen und kulturellen Hintergründe ein.
Die sechs neuen ehrenamtlichen Sprach- und Kulturvermittler stammen aus der Ukraine, der Türkei, Afghanistan und Palästina. Ihre beruflichen Hintergründe umfassen Psychologie, Sozialarbeit, Pädagogik, Handwerk und Schneiderei. Diese Vielfalt ist ein wichtiger Baustein für ihre Aufgabe, Menschen in Gesprächen zu unterstützen, bei denen es um Sprache und kulturelles Verstehen geht.
Die Ausbildung erfolgte im Rahmen des Kurses „Kulturdolmetscher Plus: sharing empowerment“, der regelmäßig vom Katholischen Bildungswerk Miesbach durchgeführt wird. Das Projekt wurde innerhalb der Katholischen Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising gemeinsam mit dem Dachauer Forum und der Domberg-Akademie entwickelt und wird durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gefördert.
Mit den sechs neuen Kräften stehen im Landkreis nun insgesamt rund 45 Kulturdolmetscherinnen und Kulturdolmetscher mit etwa 15 Sprachen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 400 Einsätze vermittelt. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo sprachliche und kulturelle Hürden den Zugang zu wichtigen Informationen erschweren, beispielsweise bei Arztbesuchen, in Behörden wie Jobcenter, Jugendamt oder Gesundheitsamt, bei Gesprächen in Schulen und Kindergärten, in der Sozialberatung oder bei Bewerbungsgesprächen. Dabei geht es nicht nur um die Übersetzung, sondern auch darum, kulturelle Missverständnisse zu vermeiden und Gespräche für alle Beteiligten verständlicher zu machen.
Nach Abschluss der Qualifizierung übernimmt das Caritas-Zentrum Miesbach die Koordination und Vermittlung der Einsätze.
Quelle und Bildquelle: Katholisches Bildungswerk Miesbach