Der Bezirksfischereiverein Bad Tölz schlägt Alarm: Gänsesäger und Kormorane würden die Fischbestände in der Isar nach Einschätzung des Vereins massiv dezimieren. Gleichzeitig werden auch Schwarzfischer zunehmend zum Problem.
Vereinsvorsitzender Florian Herzinger berichtete bei der Jahresversammlung von einem starken Einfall der fischfressenden Vögel. Gewässerwart Franz Rampf verwies auf die Fangstatistik: Die Entnahme durch Angler sei im Verhältnis zum Besatz äußerst gering.
Für neuen Streit sorgt jetzt die geplante Fortsetzung der Gänsesäger-Jagd. Die Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Oberbayern möchte die Bejagung an drei Flussabschnitten bis 2031 verlängern.
LBV, Bund Naturschutz und die Ornithologische Gesellschaft in Bayern lehnen das entschieden ab. Sie kritisieren, dass die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu Gänsesägern und Äschen noch nicht vorliegen, obwohl die Bejagung bereits fortgesetzt werden soll. Die Verbände sehen den Gänsesäger zu Unrecht als Sündenbock für schlechte Fischbestände und fordern stattdessen vor allem eine Renaturierung der Fließgewässer.
Im Rahmen des seit 2019 laufenden Projekts wurden nach Angaben der Naturschutzverbände bereits rund 700 Gänsesäger außerhalb der Brutzeit geschossen. Die Verbände kündigen massiven Widerstand und gegebenenfalls rechtliche Schritte gegen eine weitere Genehmigung an.
Der Gänsesäger ernährt sich vor allem von Fischen und kommt in Bayern als Brutvogel hauptsächlich südlich der Donau vor. Die Frage, welchen Anteil die Vögel tatsächlich am Rückgang bestimmter Fischbestände haben und welche Maßnahmen sinnvoll sind, bleibt damit umstritten.
Quelle: BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Foto: Symbolbild