Familie Schmeidl macht Altbau zum Energie-Plus-Haus


In Oberau ist ein 87 Jahre altes Einfamilienhaus zum „Haus des Monats Oktober 2025“ ausgezeichnet worden. Familie Schmeidl hat ihr Gebäude von 1938 Schritt für Schritt in ein modernes Energie-Plus-Haus verwandelt. Damit erzeugt das Haus nun mehr Energie, als es für Wohnen, Heizen und Mobilität benötigt.

Die Sanierung begann bereits 2001 mit neuen Fenstern und einer Gastherme, wurde ab 2018 aber konsequent vorangetrieben. Ab 2020 erfolgten zentrale Maßnahmen wie eine 12 Zentimeter starke Fassadendämmung, eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie eine neue Holzfassade. Auch Außenbereiche wie Balkon, Terrasse und ein Carport wurden erneuert, vieles davon in Eigenleistung.

Bemerkenswert war der pragmatische Ansatz: Nicht jede vorhandene Bausubstanz wurde ersetzt, sondern gezielt dort modernisiert, wo die Effizienzgewinne am größten waren. So blieb die Dach- und Fensterkonstruktion unangetastet, während die ungedämmte Fassade den Schwerpunkt bildete. Das Ergebnis: Der Heizenergiebedarf sank um über 90 Prozent, und die Wärmeversorgung funktioniert auch ohne Fußbodenheizung effizient über bestehende Heizkörper.

Die Auszeichnung durch die Energiewende Oberland würdigt die Sanierung als Beispiel für praktikable und zukunftsweisende Lösungen im Bestand. Familie Schmeidl zeigt, dass auch Altbauten mit Mut, Eigenleistung und guter Planung zu energieautarken Vorzeigehäusern werden können – ein klares Signal an andere Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer.


Quelle: Energiewende Oberland