Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sieht vor allem Auszubildende und künftige Rentner als Verlierer steigender Mieten. Grundlage der Einschätzung ist der aktuelle „Soziale Wohn-Monitor“ des Pestel-Instituts.
Nach Angaben der IG BAU wohnen viele der Auszubildenden im Alpenwelle-Land (etwa 3.240 in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen) weiterhin bei ihren Eltern, weil eine eigene Wohnung kaum bezahlbar ist. Teure Mieten erschweren den Einstieg ins Berufsleben und gefährden nach Einschätzung der Gewerkschaft sogar den Abschluss von Ausbildungsverträgen. Betroffen sind auch Studierende, die in Ausbildungs- und Hochschulregionen kaum günstigen Wohnraum finden. Die IG BAU fordert deshalb gezielte Förderprogramme für Azubi- und Studi-Wohnungen.
Gleichzeitig rückt die Gewerkschaft das Thema „Wohnarmut im Alter“ in den Fokus. In den beiden Landkreisen zählen rund 30.500 Menschen zu den Baby-Boomer-Jahrgängen, die bis 2035 vollständig in Rente gehen werden. Viele von ihnen werdeb laut Pestel-Institut nur über niedrige Renten verfügen. Steigende Mieten drohen, dazu zu führen, dass sie ihre bisherigen Wohnungen nicht mehr halten können.
Die IG BAU warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Lage, da die Mieten weiterhin steigen. Als Gegenmaßnahme fordert sie deutlich mehr Sozialwohnungen, um Druck vom Markt zu nehmen. Der „Soziale Wohn-Monitor“ setzt bundesweit das Ziel, die Zahl der Sozialwohnungen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts auf zwei Millionen zu verdoppeln. Für Bayern bedeutet das den Neubau von rund 18.700 Sozialwohnungen pro Jahr bis 2035.
Quelle und Bildquelle: IG BAU Oberbayern