Abfallanalyse im Kreis Miesbach: Ein Drittel des Restmülls wäre recycelfähig

Das VIVO Kommunalunternehmen hat die Ergebnisse einer umfassenden Analyse der Rest- und Bioabfallbehälter von Privathaushalten im Landkreis Miesbach für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Untersuchung, die zum Internationalen Tag der Mülltrennung am 7. März veröffentlicht wird, zeigt sowohl Erfolge als auch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten beim Trennverhalten der Bürger auf.

Im Jahr 2025 führte das VIVO Kommunalunternehmen eine detaillierte Untersuchung der Inhalte von Rest- und Bioabfallbehältern in Privathaushalten des Landkreises Miesbach durch. Ziel war es, Erkenntnisse über das aktuelle Trennverhalten zu gewinnen. Die finalen Ergebnisse wurden nun ausgewertet und dem Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens präsentiert.

Die Analyse der Bioabfallbehälter ergab eine sehr gute Qualität mit einer Reinheit von 98,95 Prozent. Ein Fehlwurfanteil von 1,05 Prozent resultierte hauptsächlich aus falsch befüllten Behältern, in denen unter anderem Bioplastikbeutel, noch verpackte Lebensmittel, Kunststoffe und Hundekotbeutel gefunden wurden. Diese Materialien sind unerwünscht, da sie die Qualität des aus Bioabfall hergestellten Komposts beeinträchtigen.

Bei der Untersuchung des Restmülls lag der Fokus auf dem Wertstoffpotenzial. Es zeigte sich, dass rund 33 Prozent des Restmülls aus Abfällen bestehen, die über andere Sammelsysteme der Verwertung zugeführt werden könnten, anstatt verbrannt zu werden. Dazu zählen etwa 19 Prozent organische Abfälle wie Küchen- und Nahrungsreste sowie 14 Prozent recyclingfähige Wertstoffe wie Papier, Altglas und ein geringer Anteil an Elektrogeräten und Schadstoffen.

Eine genauere Betrachtung offenbarte, dass Haushalte ohne Biotonne knapp 10 Prozent mehr organische Materialien im Restmüll entsorgen als Haushalte mit Biotonne. Überraschend war jedoch, dass selbst in Haushalten mit Biotonne noch 20 Prozent organische Bestandteile im Restmüllbehälter verbleiben, obwohl die Biotonne wöchentlich geleert wird und die Restmülltonne nur zweiwöchentlich. Besonders problematisch ist der Anteil von knapp 10 Prozent originalverpackter Lebensmittel im Restmüll, von denen der Großteil noch haltbar oder nicht verdorben war. Dies deutet auf ein etabliertes Entsorgungsverhalten hin, das der Ressourcenschonung und der Eindämmung von Lebensmittelverschwendung entgegensteht. Das Kommunalunternehmen plant daher, die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich zu verstärken.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis betrifft die Entsorgung von Elektrogeräten und Batterien/Akkus. In 80 Prozent der Restmüll-Stichproben wurden solche Gegenstände gefunden. Diese stellen ein erhebliches Brandrisiko dar und können durch mechanische Belastung bei Transport und Umladung zu unkontrollierter Energiefreisetzung führen. Dies gefährdet nicht nur Mitarbeiter und Anlagen, sondern verursacht auch hohe Reparaturkosten, die zu Lasten des Gebührenhaushalts gehen. Die korrekte Entsorgung dieser Abfälle auf Wertstoffhöfen oder Problemstoffsammelstellen ist daher essenziell, um Gefahren zu minimieren und die Finanzierung der Abfallwirtschaft im Landkreis stabil zu halten.

Quelle: VIVO Kommunalunternehmen