In den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen starten zum 1. September insgesamt 552 Jugendliche ihre Ausbildung in einem IHK-Beruf. Während die Zahl der Ausbildungsanfänger in Bad Tölz-Wolfratshausen deutlich steigt, verzeichnet Miesbach einen Rückgang. Gleichzeitig gibt es in beiden Landkreisen noch zahlreiche freie Ausbildungsplätze.
Zum Start des neuen Ausbildungsjahres beginnen im Landkreis Miesbach 261 Jugendliche eine Ausbildung in einem IHK-Beruf. Das entspricht nach vorläufigen Zahlen einem Rückgang von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen starten dagegen 291 Jugendliche, ein Plus von 7,4 Prozent.
„Am Tag des Ausbildungsbeginns steht an erster Stelle die Freude über die große Zahl an jungen Talenten, die sich für eine Ausbildung als ersten Schritt in ihre berufliche Zukunft entschieden haben. Es ist ein Tag voller Zuversicht und Optimismus“, erklären die Vorsitzenden der beiden IHK-Regionalausschüsse, Alexander Schmid für Miesbach und Martin Füger für Bad Tölz-Wolfratshausen. Sie wünschen den neuen Auszubildenden, ihren Ausbilderinnen und Ausbildern sowie den Lehrkräften an den Berufsschulen einen erfolgreichen Start.
Gleichzeitig sehen die beiden IHK-Vertreter weiterhin Herausforderungen am Ausbildungsmarkt. Aus Sicht der Betriebe seien vor allem fehlendes Interesse und mangelnde Ausbildungsreife von Bewerberinnen und Bewerbern ein Problem. Hinzu komme die wirtschaftlich angespannte Lage, die Betriebe und junge Menschen insbesondere in der Industrie verunsichere. Zulauf gebe es dagegen unter anderem bei schulischen Ausbildungen im öffentlichen Sektor, im Gesundheits- und Pflegebereich sowie im Handwerk.
Eine aktuelle IHK-Umfrage zeigt, dass jeder zweite Ausbildungsbetrieb Ausbildungsplätze nicht besetzen konnte. 94 Prozent der Betriebe beklagen fehlende Voraussetzungen bei den Bewerberinnen und Bewerbern. Besonders häufig werden Defizite bei Soft Skills wie Belastbarkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft und Engagement genannt. Positiver beurteilen die Unternehmen dagegen unter anderem Englischkenntnisse, Teamfähigkeit sowie IT- und Medienkompetenz.
Noch zahlreiche Ausbildungsplätze frei
Für Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, bestehen weiterhin gute Chancen. Im Landkreis Miesbach waren Ende August noch 136 Ausbildungsstellen unbesetzt. Dem standen 16 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Rein rechnerisch kommen damit auf jeden unversorgten Bewerber mehr als acht freie Ausbildungsplätze.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen waren noch 228 Lehrstellen frei. Diesen standen 71 unversorgte Ausbildungsbewerber gegenüber. Damit kommen dort rechnerisch rund drei freie Ausbildungsplätze auf jeden unversorgten Bewerber.
Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf sämtliche Ausbildungsbereiche – neben den IHK-Berufen also auch auf Handwerk, freie Berufe und den öffentlichen Dienst.
Die IHK weist darauf hin, dass sich der Ausbildungsmarkt in den kommenden Wochen noch deutlich bewegen kann. Immer häufiger werden Ausbildungsverträge auch noch im September oder Oktober abgeschlossen. Eine abschließende Bilanz für das Ausbildungsjahr ist deshalb erst zum Jahresende möglich.
Welche Berufe besonders gefragt sind
Bei den beliebtesten Ausbildungsberufen gibt es regionale Unterschiede. Im Landkreis Miesbach sind bei den jungen Männern Köche und bei den jungen Frauen Hotelfachfrauen besonders gefragt. Die Top drei der IHK-Ausbildungsberufe sind dort Hotelfachleute, Köche und Industriekaufleute.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen führt bei den jungen Männern der Industriemechaniker, bei den jungen Frauen die Bankkauffrau. Insgesamt liegen dort Einzelhandelskaufleute, Industriemechaniker und Verkäufer auf den ersten drei Plätzen.
Insgesamt stehen Jugendlichen mehr als 200 verschiedene IHK-Ausbildungsberufe offen.
Mehr als 390 IHK-Ausbildungsbetriebe
Im Landkreis Miesbach bilden derzeit 183 IHK-zugehörige Betriebe aus. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind es 208 Betriebe. Zusammen kommen die beiden Landkreise damit auf 391 IHK-Ausbildungsbetriebe. Sie stellen jeweils mehr als die Hälfte aller Ausbildungsverhältnisse in der dualen Berufsausbildung.
Quelle: IHK
Foto: Symbolbild (Bildquelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten)