Wolfratshausen: Baumfällungspläne an der Loisach sorgen für Diskussionen

Eine geplante Fällung am Loisachufer beschäftigt viele Menschen in Wolfratshausen.

Die Pläne des Wasserwirtschaftsamts Weilheim sorgen in Wolfratshausen für Diskussionen. Für die Sanierung des Loisachufers zwischen Johannis- und Andreasbrücke sollen nach aktuellem Stand sämtliche Bäume in diesem Abschnitt gefällt werden. Anschließend sollen rund 4.500 Tonnen Wasserbausteine verbaut werden, um das Ufer dauerhaft zu sichern.

Zur Begründung der Maßnahmen schreibt das Wasserwirtschaftsamt Weilheim auf Anfrage von Radio Alpenwelle: „Durch vorhandene Hohlräume kann es zu Absenkungen oder Einbrüchen kommen; das Bauwerk kann v. a. bei Hochwasserabflüssen durch die Vorschädigung weiter angegriffen werden und im schlimmsten Fall den Hochwasserschutz nicht mehr gewährleisten.“ Der bestehende Steinwurf werde durch einen Steinsatz ersetzt. „Dieser verfüllt die bestehenden Hohlräume und stellt zudem einen Biberschutz dar. Der Steinsatz besteht aus 1 bis 1,5 m großen Steinen, welche in die Böschung gesetzt werden.“

Bürgermeister Klaus Heilinglechner bedauert den geplanten Eingriff, sieht aber auch seine Sinnhaftigkeit. Nach seinen Angaben habe die Stadt zwar bereits im vergangenen Jahr von einer geplanten Sanierung erfahren, konkrete Details zum Umfang der Rodung seien jedoch erst Ende Juli bei einem Ortstermin vorgestellt worden. „In den Vorgesprächen hatte man sich immer nur auf ein kleines Teilstück bezogen, welches letztes Jahr im Juli auf Grund eines Biberbaues abgesackt ist und zunächst provisorisch saniert wurde“, so Heilinglechner gegenüber Radio Alpenwelle. Und weiter: „Grundsätzlich ist die Stadt froh darüber, wenn das Wasserwirtschaftsamt Maßnahmen des Hochwasserschutzes für den Stadtbereich von Wolfratshausen durchführt. Das Wasserwirtschaftsamt hat hier die Fachexpertise. Die Stadt muss prüfen, welche Bäume im Bebauungsplan festgesetzt sind und erhalten bleiben müssen. Dies wird aber auch mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen abgestimmt.“

Nach Einschätzung des Rathauschefs liegt die Entscheidung jedoch nicht bei der Stadt. Das Wasserwirtschaftsamt halte die Maßnahme für notwendig, um den Hochwasserschutz langfristig sicherzustellen. Heilinglechner erklärte, er würde jeden Baum erhalten, wenn es möglich wäre. Gleichzeitig könne die Stadt die Verantwortung für einen möglicherweise unzureichenden Hochwasserschutz nicht übernehmen.

Das Wasserwirtschaftsamt plant Ersatzpflanzungen „für den südlichen Abschnitt (150 m) und einem Teilbereich von ca. 20 m im Norden. Diese sollen möglichst zeitnah nach Maßnahmenabschluss erfolgen, sobald es die Witterung zulässt.“

Offen ist derzeit noch die naturschutzrechtliche Prüfung. Nach Angaben des Landratsamts liegen bislang lediglich Entwurfsunterlagen vor. Die Untere Naturschutzbehörde prüft derzeit unter anderem Artenschutz, mögliche Eingriffe in die Natur und notwendige Ausgleichsmaßnahmen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Weitere Informationen zu den Planungen soll es voraussichtlich in der kommenden Sitzung des Ferienausschusses geben. Dort wird ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamts die Maßnahme erläutern.

„Jeden Baum den wir erhalten können, werden wir versuchen zu erhalten“, so Bürgermeister Heilinglechner, „aber auch der Hochwasserschutz für unsere Altstadt hat eine wichtige Bedeutung. Auch wenn die aktuellen Temperaturen derzeit etwas anderes zeigen, kann sich die Situation schlagartig ändern. In einem gemeinsamen Miteinander werden beide Bereiche, Baumschutz und Hochwasserschutz, Berücksichtigung finden.“

Quelle: Klaus Heilinglechner / Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen / Wasserwirtschaftsamt Weilheim