Drohendes Millionenloch im Haushalt: Landkreis Starnberg zieht die Notbremse

Der Landkreis Starnberg hat wegen unerwartet stark steigender Ausgaben in der Jugendhilfe eine Haushaltssperre verhängt. Landrat Stefan Frey will damit die finanzielle Handlungsfähigkeit des Landkreises sichern.

Nach einer aktuellen Hochrechnung rechnet der Landkreis Starnberg im Haushalt 2026 mit zusätzlichen Ausgaben von bis zu 4,5 Millionen Euro im Bereich der Jugendhilfe. Betroffen sind vor allem Leistungen wie sozialpädagogische Familienhilfen, Schulbegleitungen und die Unterbringung in stationären Einrichtungen.

Landrat Stefan Frey hat deshalb eine sofortige Haushaltssperre angeordnet. Damit dürfen derzeit nur Pflichtaufgaben wie Wohngeld oder Sozialhilfe sowie vertraglich zugesicherte Leistungen weiter finanziert werden. Dazu zählen unter anderem der öffentliche Nahverkehr und die Unterstützung für den Betrieb der kreiseigenen Kliniken.

Alle weiteren Ausgaben, darunter freiwillige Leistungen, bestimmte Personalmaßnahmen und neue Stellenbesetzungen, werden nun überprüft. Frey kündigte außerdem an, gemeinsam mit dem Jugendamt mögliche Einsparpotenziale in den einzelnen Fällen genau zu untersuchen.

Die zuständigen Kreisgremien sollen sich nach der Sommerpause mit der Situation befassen und entscheiden, ob die Haushaltssperre fortgeführt oder angepasst wird.

Quelle: Landratsamt Starnberg