Oberbayern wird bis 2035 die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffene Region in Bayern sein, wie eine neue Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zeigt. Das Angebot an Arbeitskräften geht stärker zurück als die Nachfrage, was zu einer wachsenden Fachkräftelücke führt. Besonders rapide wird sich die Lage zwischen 2029 und 2035 verschlechtern.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, schildert, dass in 25 von 36 Berufshauptgruppen Engpässe auftreten werden. Als zentraler Treiber wird die demografische Entwicklung genannt, da zahlreiche Beschäftigte in Rente gehen und gleichzeitig die Geburtenrate sinkt. Die Ergebnisse stammen aus der Studie „Regionale Arbeitslandschaften“ für Oberbayern, einer Neuauflage von 2023, die von der Prognos AG im Auftrag der vbw erstellt und heute vorgestellt wurde. Die Studie nimmt die Entwicklung von Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften in den einzelnen Landkreisen sowie kreisfreien Städten in den Blick.
Ein Nord-Süd-Gefälle zeigt sich beim Arbeitskräfteangebot in ganz Bayern. Ländliche Kreise Oberbayerns sind davon besonders betroffen. So sinkt das Arbeitskräfteangebot am stärksten in den Kreisen Garmisch-Partenkirchen mit einem Minus von 5,5 Prozent, Altötting mit einem Minus von 5,3 Prozent und Weilheim-Schongau mit einem Minus von 5,2 Prozent. Im Landkreis Dachau ist die Lage mit einem Minus von 0,6 Prozent besser. Gleichzeitig steigt das Arbeitskräfteangebot in den Ballungszentren, ein Überangebot ist jedoch nirgendwo in Bayern und Oberbayern zu verzeichnen. Im Jahr 2035 manifestiert sich der Arbeitskräftemangel in Oberbayern im Kreis Garmisch-Partenkirchen am stärksten, wo die Nachfrage nach 36.600 Arbeitskräften das Angebot um rund 6,8 Prozent übersteigen wird.
Quelle: vbw