Ein bundesweiter Ausfall des digitalen Zugfunknetzes hat Dienstagabend den Zugverkehr in Deutschland lahmgelegt und auch alle Netze der BRB betroffen. Die Störung führte zu angehaltenen Zügen und Beeinträchtigungen im Betriebsablauf.
Nach einer nächtlichen technischen Störung des digitalen Zugfunknetzes der DB InfraGO AG, GSM-R, sowie der Rückfallebene PGSM, kam es bundesweit zu einem Ausfall des Zugfunks. Dies hatte zur Folge, dass alle fahrenden Züge angehalten werden mussten, da sie nicht mehr erreichbar waren.
BRB-Betriebsleiter Manuel Vorbach erklärte, dass die Störung gegen 22.15 Uhr auftrat und keine Prognose über ihre Dauer möglich war. Die Situation sei vollständig unklar gewesen. Die Störung wurde letztendlich am Mittwoch gegen 0.20 Uhr behoben. Während dieses Zeitraums wurden sämtliche Züge des Fern-, Nah- und Güterverkehrs dort abgestellt, wo Platz war. Reisende in den Zügen wurden umgehend informiert, und Fahrgastinformationssysteme wurden, soweit technisch möglich, aktualisiert. Fahrgäste wurden nach Möglichkeit mit Taxis weiterbefördert.
Durch den zusätzlichen Einsatz der BRB-Notdienste BNB („Bereitschaftshabender im Notfallbezirk“) wurden Triebfahrzeugführende und Kundenbetreuende abgeholt und zu ihren Meldestellen gefahren. Teilweise konnten Züge noch zu ihren Endbahnhöfen gefahren werden, um sie dort abzustellen, wo sie Mittwochmorgen wieder planmäßig in den Regelbetrieb gehen sollten, sofern die Anwesenheit des Fahrdienstleiters von der DB InfraGO AG gegeben war. Dies gelang jedoch nicht überall.
Am Mittwochmorgen sah sich die BRB mit der Herausforderung konfrontiert, dass Züge ausfallen mussten oder nicht mit der gewohnten Kapazität an Sitzplätzen unterwegs waren. Dies lag daran, dass Züge nachts nicht planmäßig abgestellt werden konnten, teilweise erst am Mittwoch betankt und Zug für Zug wieder in den Regelfahrplan eingegliedert werden mussten. Güterzüge standen teilweise an Orten, wo sie den Nahverkehr blockierten und den Betriebsablauf erschwerten, was zu Verspätungen führte. Aufgrund teilweiser nächtlicher Dienstverlängerungen des Fahrpersonals, um die Auswirkungen des Störfalls gering zu halten, konnten Mittwochmittag nicht alle Schichten planmäßig besetzt werden, da Arbeitszeitverordnungen eingehalten werden müssen. Der Zugverkehr hatte sich erst im Laufe des Abends vollständig normalisiert.
Quelle und Bildquelle: Bayerische Regiobahn GmbH