Prien am Chiemsee: Jugendlicher bei Waggonklettern schwer verbrannt

Ein 18-Jähriger hat sich in der Nacht von Freitag auf Samstag (30. Mai) in Prien am Chiemsee schwerste Verletzungen zugezogen, nachdem er auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert war und einen lebensgefährdenden Stromschlag erlitt.

Ersten Erkenntnissen der Bundespolizei zufolge kletterte der junge Mann aus dem Landkreis Rosenheim gegen 0.15 Uhr auf die Waggonoberseite eines am Bahnhof Prien abgestellten Güterzugs. Dort wurde er von einem Stromschlag getroffen, der von der hochspannungsführenden Oberleitung ausging. Ein Zeuge wurde durch den Knall auf die lebensbedrohliche Situation aufmerksam und setzte einen Notruf ab.

Neben dem alarmierten Notarzt und Rettungsdienst kamen Feuerwehr, Landes- und Bundespolizei, ein Kriseninterventionsteam sowie ein Notfallmanager der Bahn zur Unglücksstelle. Gemäß einer vorläufigen Einschätzung vor Ort erlitt der 18-Jährige, der ansprechbar war, schwerstgradige Verbrennungen, von welchen etwa 40 Prozent seines Körpers betroffen waren. Der Verletzte wurde zunächst mit einem Rettungswagen zu einem Sportplatz in Prien gefahren und von dort aus mit einem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Murnau geflogen.

Während der Rettungsaktion wurden die Gleise am Bahnhof Prien für den Zugverkehr gesperrt. Hiervon waren neun Züge mit einer Gesamtverspätung von rund 300 Minuten betroffen. Da die Oberleitung durch den Stromüberschlag in Verbindung mit einem Kurzschluss beschädigt wurde, ist mit Reparaturarbeiten zu rechnen.

Die Bundespolizei warnt eindringlich vor den Gefahren des Waggon-Kletterns. Von den Bahn-Oberleitungen gehen extreme Gefahren aus, da sie unter einer Hochspannung von bis zu 15.000 Volt stehen. Selbst ohne eine unmittelbare Berührung der Oberleitung ist ein Spannungsüberschlag möglich, der schon bei einer Nähe von mehreren Metern zu tödlichen Stromschlägen oder schwersten Verbrennungen führen kann. Die Bundespolizei appelliert vor dem Hintergrund des Unfalls in Prien besonders an Eltern, ihren Kindern die Lebensgefahr eines Aufenthalts im Gleisbereich und insbesondere des Kletterns auf Waggons zu verdeutlichen.

Quelle: Bundespolizeiinspektion Rosenheim (Symbolbild)