Die Herzogstandbahn GmbH wird die über 70 Jahre alte Talstation am Walchensee durch ein neues, energieeffizientes und barrierefreies Gebäude ersetzen. Die Fertigstellung ist für November 2027 geplant.
Die Herzogstandbahn GmbH hat angekündigt, die bestehende Talstation am Walchensee zu erneuern. Auf dem bestehenden Betriebsgelände soll bis voraussichtlich November 2027 ein neues Gebäude entstehen, das energieeffizient und barrierefrei gestaltet wird. Seilbahntechnik, Trasse und Bergstation der Herzogstandbahn bleiben unverändert. Der Neubau zielt nicht auf eine Erhöhung der Transportkapazität ab, sondern auf eine funktionale und qualitative Weiterentwicklung mit mehr Komfort und höherer Effizienz für Gäste und Mitarbeitende.
Jörg Findeisen, Geschäftsführer und Betriebsleiter der Herzogstandbahn GmbH, bezeichnete die Entscheidung für den Neubau als persönlichen Meilenstein. Er betonte, dass die neue Talstation nicht nur eine moderne und barrierefreie Infrastruktur für Gäste schaffe, sondern auch die Arbeitsabläufe und -bedingungen für Mitarbeitende nachhaltig verbessere. Durch zukunftsorientierte Technologien werde gezielt in einen energieeffizienten und langfristig klimafreundlichen Betrieb der gesamten Anlage investiert.
Die neue Talstation wird offen, hell und einladend gestaltet und legt den Fokus auf Komfort und Zugänglichkeit. Der gesamte Bereich ist stufen- und schwellenlos konzipiert, um einen durchgehend barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Großzügigere Zugangsbereiche zu den Seilbahnkabinen sollen für mehr Bewegungsfreiheit und einen entspannten Ablauf sorgen. Der Eingangsbereich wird mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet, während der Kassenbereich klar strukturiert ist. Optional wird künftig auch ein Ticketverkauf über Automaten angeboten. Die Sanitäranlagen werden vollständig erneuert und modernisiert, ebenfalls barrierefrei, familienfreundlich und zeitgemäß.
Das Gesamtkonzept setzt auf nachhaltige Energieversorgung und ressourcenschonenden Betrieb. Durch den Einsatz modernster Gebäudetechnik und nachhaltig produzierter Baustoffe sollen deutliche CO₂-Einsparungen erzielt werden. Büro- und Mitarbeiterräume, einschließlich Pausen- und Erholungsbereichen sowie Umkleiden, werden in das Gebäude integriert und entsprechen zeitgemäßen Anforderungen an einen attraktiven und funktionalen Arbeitsplatz. Auch die drei bewährten Betriebswohnungen im Obergeschoss finden in modernisierter Form wieder ihren Platz.
Die bestehende Talstation wurde gemeinsam mit der Sesselbahn im Jahr 1954 errichtet und 1994 lediglich punktuell an den Betrieb der heutigen Kabinenbahn angepasst. Nach über 70 Jahren entspricht das Gebäude nicht mehr den aktuellen Anforderungen für die rund 155.000 Gäste pro Jahr und die Mitarbeitenden. Im Zuge des Projekts soll zudem der Pachtvertrag mit den Bayerischen Staatsforsten vorzeitig um weitere 50 Jahre verlängert werden; die Verhandlungen hierzu befinden sich auf der Zielgeraden.
Jens Müller, Erster Bürgermeister der Gemeinde Kochel a. See, betonte, dass die Gemeinde und Gesellschafter der Herzogstandbahn stolz seien, ein modernes, nachhaltiges und zugleich traditionsreiches touristisches Angebot machen zu können. Mit dem Neubau der Talstation werde ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Herzogstandbahn aufgeschlagen.
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf etwa 5,5 Mio. Euro. Diese werden aus der Finanz- und Ertragskraft der Herzogstandbahn finanziert, ohne öffentliche Zuschüsse. Christian Spindler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, bezeichnete die Investition als klares Bekenntnis zur Zukunft der Herzogstandbahn und als Stärkung der touristischen Attraktivität und des heimischen Wirtschaftsstandorts.
Die Bauarbeiten für die neue Talstation sollen idealerweise unmittelbar nach dem Ende der Sommersaison 2026, spätestens nach den Herbstferien, beginnen. Nach der regulären Herbstrevision, die in diesem Jahr auch die 10-Jahresrevision der Seilbahnlaufwerke und Gehänge umfasst, wird die Herzogstandbahn voraussichtlich zu Ostern 2027 den Betrieb wieder aufnehmen können. Die Fertigstellung und Einweihung der neuen Talstation ist für November 2027 geplant. Die Bauarbeiten werden so organisiert, dass wesentliche Teile des Gebäudes parallel zum laufenden Betrieb fertiggestellt werden können, um Einschränkungen für den Fahrgastbetrieb möglichst gering zu halten. Sollte das Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren einem planmäßigen Baubeginn zeitlich entgegenstehen, verschiebt sich der Projektverlauf um jeweils ein Jahr.
Quelle und Bildquelle: Gemeinde Kochel am See
Foto: (v.l.n.r.) Magnus Oberleitner (Loidl-Baumeister planbar architektur GmbH), Daniel Weickel (Leiter Tourismus Kochel a. See), Christian Spindler (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen), Jörg Findeisen (Geschäftsführer & Betriebsleiter Herzogstandbahn GmbH), Jens Müller (Erster Bürgermeister Gemeinde Kochel a. See), Franziskus Loidl (Klenkhart & Partner Consulting ZT GmbH)