Walzverbot für Grünland in Oberbayern verschoben

Die Regierung von Oberbayern hat das Walzverbot für landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen über den 15. März hinaus bis zum 1. April 2026 verschoben. Diese Ausnahmeregelung gilt jedoch nicht für ausgewiesene Wiesenbrütergebiete.

Seit Inkrafttreten des Volksbegehrens „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern“ im Jahr 2020 ist das Walzen von Grünlandflächen nach dem 15. März grundsätzlich untersagt. Sollten jedoch Witterungs- oder Bodenverhältnisse ein Walzen vor diesem Datum nicht zulassen, sind gebietsbezogene Ausnahmen möglich.

Die Regierung von Oberbayern hat nun per Allgemeinverfügung das Walzen in allen oberbayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten bis einschließlich 1. April 2026 gestattet. Diese Entscheidung basiert auf aktuellen Daten und Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie einer Empfehlung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die die Notwendigkeit einer späteren Walzzeit aufgrund der regionalen und jahresspezifischen Gegebenheiten unterstreichen.

Das Walzen von Grünland im Frühjahr ist essenziell, um den Boden nach dem Winterfrost zu verfestigen und die Wurzelbildung anzuregen. Optimale Bedingungen für diese Maßnahme, bei der der Feuchtegehalt des Bodens nicht über 80% der nutzbaren Feldkapazität liegen darf, bestehen oft nur für wenige Tage.

Von der Fristverschiebung ausgenommen sind jedoch ausgewiesene Wiesenbrütergebiete. Für diese Gebiete bleibt das Walzverbot ab dem 15. März bestehen. Diese Regelung orientiert sich an einer Prognose des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) bezüglich des erwarteten Brutbeginns von Wiesenbrütern wie Brachvogel und Kiebitz, die bereits ab Mitte März mit der Brut beginnen.

Die entsprechende Allgemeinverfügung ist ab dem 13. März 2026 unter hier einsehbar. Landwirte können die von der Verschiebung ausgenommenen Wiesenbrütergebiete im integrierten Bayerischen Landwirtschaftlichen Informations-System (iBALIS) einsehen.

Quelle: Regierung von Oberbayern
Bildquelle: Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen / Foto: Stephan Preinstorfer